Tristan

 

Eltern: Jenna & Danny (20/24)

Wohnort: 06.04.06

Geburtstag: 31.01.06     Größe: 41cm   Gewicht: 1800gramm    

E-Mail:

 

 

Wir bekommen ein Baby

Ich war mit meinem Freund im Urlaub , als ich merkte das ich schwanger war.
Sobald wir in zurück in Deutschland waren machte ich mir einen Termin bei meinem
Frauenarzt.
Am 11.10. war es endlich soweit.
Nachdem ich dem FA meine Symptome geschildert hatte , untersuchte er mich.
Nach einer kleinen Ewigkeit des Schweigens, sagte er mir : Ja schwanger sind sie
wohl, genau genommen schon in der 9 Woche!
Wir waren so unbeschreiblich glücklich, und konnten gar nicht erwarten bis unser
kleiner Schatz endlich da sein würde.
Der ET war der 12.05.2006.

Irgend etwas stimmt nicht

Am morgen des 22.12.05 klingelte unser Telefon, die Sprechstundenhilfe meines
Gynäkologen war dran, ich solle doch bitte sofort in die Praxis kommen hieß es.
Mir schossen alle möglichen Gedanken durch den Kopf.
In der Praxis angekommen, wurden wir ins Arzt Zimmer gerufen.
Dort saß mein Arzt und hielt den Zettel mit den Blut Werten in der Hand.
Mein AFP Wert sei stark erhöht , erklärte er uns.
Die normale Spanne läge zwischen 32,5-155, ich hatte 325!
Auf unsere Frage worauf dieser Wert zurückzuführen ist, erklärte man uns das
eine Behinderung des Kindes vorliegen könnte.
Um jedoch sicher zu gehen wurde uns geraten eine Fruchtwasser Untersuchung durch
zu führen, um Sicherheit zu erlangen.
Wir bekamen einen Termin für den 2.01.2006.
11 Tage voller Sorge und den schlimmsten Befürchtungen.
Mittlerweile war ich ja schon in der 21 SSW, mein Bauch wuchs und ich spürte
schon leichte Bewegungen unseres Babys.
Die Fruchtwasser Untersuchung verlief gut, ich hatte es mir viel schmerzhafter
vorgestellt.
Es wurde außerdem noch ein 3 D Ultraschall gemacht um mögliche Fehlbildungen
auszuschließen.
Das Ultraschall war unauffällig, und der Arzt machte uns große Hoffnungen das
mit dem Baby alles gut sei.

Ihr Baby hat eine Gastroschisis !

13.01 , endlich waren die lang ersehnten Ergebnisse der FW - Untersuchung bei
meinem Gynäkologen eingetroffen.
Die FW- Untersuchung ergab das auch mein ACHE Wert stark erhöht sei, und somit
sich der Verdacht auf eine Fehlbildung oder Behinderung bestätigt hatte.
Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten.
Mein Arzt riet mir dazu, unser Baby abtreiben zu lassen, zu stark sei die
Behinderung bei diesen extrem erhöhten Blut Werten.
Aber wie soll man solch eine Entscheidung fällen wenn man nicht 100% weiß was
mit dem Kind ist?
Warscheinlich, so hieß es, sei die Wirbelsäule oder gar das Gehirn betroffen ,
das Kind würde nie selbst ständig leben können, hieß es.
Außerdem ergab die FW- Untersuchung das wir ein kleines Mädchen erwarten
sollten.
Mein Arzt schlug mir eine Pränatal Untersuchung vor, der nächst mögliche Termin
sei jedoch erst in 3 Wochen!!!
Also nahm ich die Sache selbst in die Hand.
Gleich am nächsten Tag lies ich mir einen Termin im Klinikum Osnabrück in der
Pränatal Diaknostik geben, wir konnten gleich am Montag den 16.01. kommen.

Meine Mutter begleitete uns zu der Untersuchung, ich denke sie befürchtete das
ich zusammen brach ,würde sich der Verdacht bestätigen.
Schon nach ca.5 sek. des 3D Ultraschalls hörten wir die Ärztin sagen:
Ihr Baby ist krank, aber es ist nicht der Rücken betroffen, sondern der Bauch,
ihr Kind hat eine Gastroschisis , einen offenen Bauch. Sie erklärte uns dass
das der beste Befund sei, bei diesen extremen Blutwerten.

Das Baby müsse zwar gleich nach seiner Geburt operiert werden, aber mit einer
Gastroschisis sehr gute Überlebungs- und Heilungschancen haben.
Wir hatten nie zuvor von einer Gastroschisis gehört, fassten jedoch neuen Mut.
Der Darm sehe unauffällig aus , keinerlei Verdickungen.
Ich war jetzt in der 23 SSW , und sah zum ersten Mal das Gesicht meines Babys im
4D Ultraschall, ein überwältigendes Gefühl.
Ich würde einen Kaiserschnitt bekommen, und müsse in einer Uni Klinik entbinden,
wir entschieden uns gleich für Münster da diese am ehesten zu erreichen war.
Bis zur 30 SSW sollten wir alle 2 Wochen in das Klinikum Osnabrück zur
Pränatalen Diaknostik.

Jetzt schon Wehen?

Am Abend des 1. Februar bekam ich plötzlich Wehen, sofort rief ich meine Hebamme
an, sie kam sofort.
Das CTG erwies sich als unauffällig, jedoch konnte sie meinen Muttermund
ertasten, er hatte sich leicht geöffnet.
Da kein FW abgegangen war , riet sie mir ruhig liegen zu bleiben und bei der
kleinsten Veränderung in die Klinik zu fahren.
Am nächsten Morgen ging ich gleich zu meinem Gynäkologen er stellte fest das
sich mein Gebärmutterhals stark verkürzt hatte,
ich mußte sofort in die Klinik.
Das CTG ergab eine leichte Wehentätigkeit, ich kam sofort an den Tropf.
Mir wurde unverzüglich die Spritze für die Lungenreife meines Babys gespritzt.
Würde sich meine Muttermund weiter öffnen , würde ich sofort mit einen
Hubschrauber nach Münster geflogen werden, da das Baby unmöglich in der
Osnabrücker Klinik zur Welt kommen durfte.
Obwohl ich normaler Weise eher nicht gläubig bin, betete ich Tag und Nacht die
Geburt würde sich noch hinziehen, da ich wußte das mein Kind in der 26 SSW kaum
eine Chance hatte.
Gott sei Dank verbesserte sich min Zustand so das ich am 8. Februar die Klinik
verlassen durfte.


Weiter bangen

Am 28. Februar hatten wir unseren ersten Termin in Münster.
Es wurde ein gründliches Ultraschall durchgeführt, das sich als unauffällig
darstellte. Die Darmschlingen seien weder verdickt noch beschädigt, würden sich
keine Veränderungen einstellen, würde versucht unser Baby bis zur 38 SSW im
Bauch zu lassen.
Wir atmeten erstmals auf.
Der Befund stellte sich als sehr klein dar, nur sehr wenig Darm würde draußen
liegen , hieß es.
Uns wurde jedoch zu einem Fruchtwasser Austausch geraten, über Vor und Nachteile
wurden wir aufgeklärt.
Ein klarer Vorteil wäre, das der Darm durch das künstliche FW weniger
angegriffen wäre.
Nachteile, gab es jedoch auch einige.
Zum einen könnten Wehen ausgelöst werden, es könnte zu Blutungen kommen, oder
gar das Kind könnte verletzt werden.
Trotz vieler Zweifel entschieden wir uns dafür.
Gleich am nächsten Morgen wurde ein Termin vereinbart, ambulant.

Der Fw Austausch verlief problemlos.
Insgesamt wurden 850 ml Fruchtwasser ausgetauscht.
Der nächste Fw Austausch fand am 13.03.06 statt, genau 13 Tage nach dem ersten
Austausch.
Dieses Mal verlief jedoch alles andere als Problemlos.
Der durchführende Arzt stach meine Plazenta an und es kam natürlich sofort zu
Blutungen und Wehen.
Wieder bekam ich sofort den Wehenhemmer gespritzt und mußte bis zum 17.03 das
Krankenhausbett hüten.
Der Rest der Schwangerschaft verlief dann mehr oder weniger normal.
Von nun an mußte ich jede Woche zum Ultraschall nach Münster.
Am 3.April ,ein Montag, wurde dann festgestellt das unser Baby nicht mehr
richtig versorgt wurde, und nun auch sehr viel Darm und ein Teil des Magens
draussen lagen, außerdem war unser Kind nicht weiter gewachsen.
Die Ärzte rieten mir in den nächsten Tagen den KS durchzuführen und wir stimmten
sofort zu.
Der KS wurde für den 6. April geplant.
Nun ging es also los!


Die Geburt

Am morgen des 6. Aprils , waren mein Freund Danny und meine Eltern schon sehr
früh bei mir im KH.
Der KS war für 10.00 Uhr geplant.
Nachdem ich unten im OP durch eine Rückenmarksnarkose betäubt wurde, ging es
auch schon los.
Nach wenigen Sek. war unser kleiner Schatz da, ein kleiner wunderschöner Junge.
Er wurde mir gar nicht gezeigt, nur mein Freund durfte ihn kurz sehen.
Ein Junge? Wo doch die FW Untersuchung ein Mädchen ergab?
Im ersten Moment ein großer Schock, da alles rosa gekauft wurde, aber im zweiten
Moment wahnsinniger stolz und Glück.


Endlich bist Du da!

Tristan wog bei seiner Geburt ca. 1800 gr und war stolze 41 cm klein.
Er wurde sofort für seine 1. Op vorbereitet .

Die Ärzte konnten eine Menge sofort zurücklegen , der Rest des Darms konnte in
einen sogenannten Silo-Bag gelegt werden.
Nach 4 langen Stunden wurde unser kleiner Schatz auf die Intensivstation
gebracht werden.
Sein Zustand erwies sich als relativ gut und schon nach 3 Tagen konnte ihm der
Beatmungsschlau gezogen werden.
Auch die Silo-Bag Methode erwies sich als sehr gut, der Darm wanderte sehr
schnell in den Bauch zurück.
Schon nach 14 Tagen wurde unser Kleiner Mann das 2. Mal operiert.
Die OP verlief sehr gut und schnell, insgesamt bloß 30 min.
Nach der 2. Op war der Bauch nun endlich komplett verschlossen und Tristan
entwickelte sich recht gut.
Er nahm von Tag zu Tag zu und konnte auch recht schnell abführen.
Seine Narbe verheilte schnell und ist bloß ca. 3 cm klein.
Schon nach insgesamt 3 Wochen konnte er auf die Kinder Chirurgie verlegt werden,
uns fiel ein Stein vom Herzen.

Nun begann der Nahrungsaufbau.....
In den ersten paar Tagen bekam er meine Muttermilch...jedoch war die Milch sehr
schnell weg bei mir.
Als er dann die Pre Nahrung bekam , begann er zu spucken und grüner Reflux kam
ständig hoch.
Auch seine Atmung machte uns Sorgen.
Er brauchte zwar keinen Beatmungsschlauch mehr, aber immer noch eine winzige
Spur Sauerstoff aus der Sonde.
Die Ärzte beruhigte mich , das sich das in den nächste Tagen läge aber das tat
es nicht.

Nun waren wir schon 4 ½ Wochen im Krankenhaus als ich mit dem leitenden
Oberarzt sprach und ihn um eine Verlegung bat , ins Klinikum Osnabrück
Der Arzt stimmte dem sofort zu und veranlaßte die Verlegung auf den 17. Mai
2006.

In Osnabrück angekommen, wurde mir gleich von den Ärzten gesagt, das Tristan
mindestens noch 2-4 Wochen stationär hier bleiben müsse.
Doch Tristans Zustand verbesserte sich so rasant schnell das er innerhalb 2 Tage
keine Spur Sauerstoff mehr brauchte und auch keine Magensonde.
Also sprach ich am 19. Mai abermals mit den Ärzten und mir wurde versichert wenn
der Zustand stabile bliebe dürften wir Tristan bald mit nach Hause nehmen.
Am 22. Mai bat ich um Tristans Entlassung, er trank mehr Milch wie er mußte und
es ging im wirklich sehr gut.
Die Ärzte stimmten der Entlassung schnell zu, so das wir unseren kleinen Mann am
Morgen des 23, Mai zu uns nach Hause holen konnten.

Zuhause angekommen geht es Tristan sehr gut und er entwickelt sich prächtig.
Es traten keinerlei Komplikationen auf und wir sind sehr glücklich das wir
Tristan nach nur 6 Wochen und 6 Tagen endlich Zuhause hatten!

Wir möchten uns bei euch allen für die tolle Unterstützung auf dieser tollen
Seite bedanken , ohne euch wäre es wesentlich schwerer gewesen.

Danke !!!